Die ganze Welt schaut nach Südkorea. Dort finden derzeit die Olympischen Winterspiele statt.Sie sind heikel wie selten zuvor.

Sie besitzen aus zweierlei Gründen eine besondere Brisanz. Zum einen bewiesen zahlreiche Enthüllungen der letzten Jahre, wie korrumpiert das System des olympischen Sports ist. Zum anderen liegt nur unweit des olympischen Ortes Pyeongchang die nordkoreanische Grenze. Die beiden Länder sind seit Jahrzehnten verfeindet und zugleich „Spielball der benachbarten Großmächte Japan, China, Russland und USA“, wie derStandard.de erklärt.

Seit dem Zweiten Weltkrieg existiert eine Grenze zwischen zwei Welten. In dieser (noch demilitarisierten) Zone stehten sich die Atommächte USA und Russland gegenüber. Nicht immer personell, aber mindestens stellvertretend durch ihre Verbündeten Nord- und Südkorea. Nirgendwo auf der Welt scheint ein atomarer Konflikt damit so greifbar wie in dieser Zone, 80 Kilometer entfernt von den olympischen Spielen.

Nordkorea nutzt die Olympischen Spiele wie erwartet aus, doch zum Glück ohne Waffengewalt. Tatsächlich wird die olympische Idee zum Propagandainstrument des kleinen Landes. So kommt es zu kuriosen Jubelzeremonien der nordkoreanischen Cheerleader-Delegation beim für sie aus sportlicher Sicht außerordentlich erfolglosen Riesenslalom der Frauen. Der SPIEGEL berichtete. Wie dieser schier grenzenlose Jubel aussieht, konnte man auch beim Eishockey bestaunen. Dort tritt das Frauen-Eishockeyteam der koreanischen Halbinsel gemeinsam an. Die Grenzen existieren in diesem Sport nicht, höchstens bei den Geschlechtern. Denn ein gemeinsames Männerteam gibt es nicht.

Abseits politischer Versöhnung oder Versuche schönen Scheins besteht indes die Gefahr der atomaren Bedrohung. Wie real diese ist, zeigen die Journalisten Jochen Bittner, Matthias Naß und Gero von Randow in dem ZEIT-Artikel Die Eskalation auf. Darin schildern sie die erneute Aufrüstungsdynamik, welche sich nicht zuletzt an der Konfrontation der beiden Supermächte USA und Russland manifestiert, die in eine alte Kalte-Krieg-Rhetorik zurückfallen. Damit scheint sich eine Situation zu wiederholen, die wir dank multilateraler Abrüstungsvereinbarungen bereits hinter uns glaubten. Eine von mir verfasste Hausarbeit zu Utopie und Realismus globaler Abrüstung in einem Studienmodul des Fachbereichs Internationale Beziehungen und deutsche Außenpolitik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg thematisiert diese globale Abrüstung im Rahmen der Vereinten Nationen.

In diesem Sinne: To be continue…

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