Wenn ein Weblog den Namen Der Lutscher bekommt, werden vermutlich verschiedene Assoziationen geweckt, die in jedwede Richtung laufen. Es wirkt zunächst eigenartig, wenn es sich dabei in erster Linie um eine persönliche Präsentation meines Portfolios handelt.

Mein Name ist Felix Luderer und ich arbeite als Social Media Manager in einem Bundesverband. So viel von mir an dieser Stelle. Erfahren Sie an anderer Stelle mehr über mich.

Die berühmte Süßigkeit dürfte jedenfalls die erste gedankliche Verknüpfung zum Lutscher sein. Fans von „Wetten dass..?“ erinnern sich womöglich an den berühmten Wettbetrug eines Buntstift-Lutschers, der sich zum Ende als Titanic-Redakteur entpuppte.

Wenn Sie sich auf diese Seite verirrt haben und etwas über Süßigkeiten erfahren möchten, muss ich Sie enttäuschen. Im Metier, worüber ich unter anderem schreiben möchte, gibt es allenfalls Cocktails – jedoch zweifelhaften Inhalts. Der „pot belge“ bezeichnet beispielsweise einen Doping-Cocktail aus Medikamenten, künstlichen Hormonen und Drogen, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Er soll auch für einige Todesfälle im Radsport verantwortlich sein. Damit sind wir in der richtigen Sportart, um auch die Etymologie der Süßigkeiten-Metapher zu klären.

Mit Doping hat das allerdings wenig zu tun. Denn als Lutscher wird im Radsport jener Fahrer abfällig bezeichnet, der egoistisch am Hinterrad des Vordermannes klebt, um in dessen Windschatten Energie zu sparen. Er wird dann von diesem ‚mitgezogen‘. Windschattenfahren ist natürlich gängige Praxis. Auf langen und vor allem flacheren Etappen wird das praktische Prinzip des Windschattenfahrens keinesfalls beanstandet. Das große Fahrerfeld – das sogenannte Peloton – bildet sich geradezu aus dieser Praxis. Die Teamkapitäne fahren bis zum Finale einer Etappe im Windschatten des Pelotons oder zumindest des eigenen Teamkollegens und sparen ihre Kraft für den finalen Parcours. In Ausreißergruppen werden jene Fahrer dagegen weniger gern gesehen, die sich selbst nicht dem kollegialen Prinzip verschreiben, sich gegenseitig in der Führungsarbeit abzuwechseln. Eine Bedingung, damit der Ausreißversuch überhaupt Erfolgschancen hat. Denn eine kleine Gruppe an Ausreißern schafft es nur in Ausnahmefällen und nur unter größter Kraftanstrengung, der breiten Fahrermasse des Pelotons bis ins Ziel davonzueilen. Umso wichtiger ist es dann, auch über Teamgrenzen hinweg gemeinsame Sache zu machen.

Auch im Metier der Hobbyradler wird der Lutscher gerne angefeindet. In der SPIEGEL-Rubrik Achim Achilles wird er der Lutscher-Lothar genannt und durch den Mann hinter dem Alter Ego, dem Journalisten Hajo Schumacher, mit folgenden Attributen stereotypisiert: „Deutlich über 50 und steckt voller Ehrgeiz, weder die edle Karre noch das teure Textil mit Schweiß zu benetzen. Hält sich deswegen das ganze Rennen lang im Windschatten fremder Leute auf. Würde sich lieber hinter ein Dreirad hängen als auch nur einmal im Leben selbst die anstrengende Führungsarbeit zu verrichten. Hält es für ein Kompliment, wenn er nach jedem Rennen von den Sportskameraden mit den Worten „Geh bügeln, du Lutscher!“ verabschiedet wird.“

Gegen Ende einer Etappe – wir sind jetzt wieder im ambitionierteren Bereich des Profiradsports, wo Dabeisein nicht immer alles ist –  treten dann allerdings wieder Einzelinteressen hervor. Schließlich kann nur einer gewinnen. Ein Lutscher hätte wohl in der Theorie die größten Chancen, da er seine Energie auf dem Weg im Windschatten des Gegners sparen konnte. Doch wer will schon gerne „Lutscher-Lothar“ genannt werden…

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